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Wenn Medien von Filmprojekten berichten, können die unterschiedlichsten Aspekte im Mittelpunkt stehen: Da wird über das Millionenbudget des neuen James Bond-Spektakels berichtet, dort werden die Stars der neuen Marvel Comic-Verfilmung vorgestellt, hier das neue Herzensprojekt des Hollywood-Regisseurs Quentin Tarantino beworben. Könnten diese scheinbar so unterschiedlichen Perspektiven einer Filmproduktion nicht auch einer gewissen Logik oder Entwicklung am Filmmarkt gehorchen? Und könnten diese Trends, die oft in Hollywood, dem „Mekka der Filmindustrie", ihren Ausgang nehmen, nicht auch für andere Bereiche, so zum Beispiel für Projektmanager, von Bedeutung sein? Inwieweit könnten in Zukunft Hollywood-Trends Entwicklungen im und rund um das Projektmanagement beeinflussen?

 

Hollywood & Projektmanagement – die Retrospektive.

„Good old Hollywood is dying...!" singt das österreichischen Pop-Duo Waterloo & Robinson auf ihrer Single "Hollywood" seit 1974. 46 Jahre später sieht es fast so aus, als ob die beiden Recht behalten sollten. Dafür gibt es mehrere Gründe: Netflix, Apple TV und Amazon Prime haben die legendäre Filmindustrie an der Westküste der USA in arge Bedrängnis gebracht. Video-on-Demand und Streaming-Dienste, die Filme entgeltlich online anbieten, lassen Kinosäle zunehmend leerer werden. Seit März 2020 wird die Traumfabrik von einer globalen Pandemie geplagt, die sowohl für Filmproduktionen, als auch deren Projektionen in den Kinosälen einen temporären Shutdown bedeuteten. Zusätzlich stellen große Filmstudios immer mehr Geld für Produktionen von Fernsehserien bereit, Filme ausschließlich für das Kino zu produzieren wird hingegen stets riskanter. Und last but not least haben große charismatische Hollywood-Stars, wie Clint Eastwood, Robert DeNiro, Al Pacino, Meryl Streep, Cate Blanchett oder die großartige Robin Wright den Zenit ihrer Karrieren größtenteils bereits überschritten und neue Sterne blitzen nur noch vereinzelt auf ...


Was hat sich auf der anderen Seite – beim Projektmanagement – in den letzten Jahren getan? „Das Ende allen Projektmanagements: Erfolg in hybriden Zeiten – mit der projektfreien relationalen Organisation" heißt ein provokanter Buchtitel aus dem Jahre 2013. Sieben Jahre später steht das klassische Wasserfall-Modell intensiver denn je am Prüfstand aller projektorientierten Organisationen: Agil-iterative Projektmanagement-Methoden wie Scrum oder Design Thinking haben sich branchenübergreifend einen Namen gemacht und die „agile Transformation" befindet sich in vielen Unternehmen auf der To-do-Liste an oberster Stelle.


Was könnte nun Hollywood und Projektmanagement verbinden? Es folgt eine Parallelmontage1.

 

Jeder Film ist ein Projekt. Und: Sind wir nicht alle VUCA?

Das Offensichtlichste vorweg: Hollywood produziert Filme für die Unterhaltungsindustrie. Filme wiederum stellen komplexe Aufgaben dar: Drehbücher sind neuartig und kreativ, Dreharbeiten unübersichtlich, riskant und im Vorhinein schwer exakt planbar, Filmpremieren hingegen über Monate hinweg zeitlich fixiert und – damit es auch ein finanzieller Erfolg wird – Budgets von den Studios streng limitiert.

Projektmanagement kümmert sich seit jeher um die adäquate Planung, Koordination, Steuerung, Promotion und den professionellen Abschluss von komplexen Aufgaben. Unsere Schlussfolgerung: Projektmanagement stellt in der Filmindustrie einen geeigneten Ansatz zur Bearbeitung der anstehenden Aufgaben dar. Umso mehr, als dass nicht nur die Rahmenbedingungen in Hollywood immer instabiler werden. Die vielzitierte VUCA-Welt mit ihren flüchtigen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Ereignissen dominiert den Arbeitsalltag in sämtlichen Branchen – in Hollywood genauso wie in Hollabrunn. Mit anderen Worten: Sowohl Projektmanagement als auch Filmproduktionen müssen sich flexibel an die neuen Bedingungen anpassen, wollen sie 2020 und darüber hinaus ihre Resilienz unter Beweis stellen. Damit haben wir die ersten zwei großen Parallelen entdeckt:

 

1. Filme sind stets Projekte.

2. Hollywood und Projektmanagement stehen vor sehr ähnlichen und schwierigen Herausforderungen.

Vier Trends – Four lessons to learn

Da wir als umsichtige Projektmanager wissen, dass jede Situation nur aus ihrer Vergangenheit bzw. aus ihrer bisherigen Entwicklung zu verstehen ist und wir nur so für anstehende Projekte lernen können, wollen wir hier zuerst einen Blick nach Hollywood werfen, die dortigen Entwicklungen der letzten Jahre analysieren und in Folge deren Bedeutung für das Projektmanagement untersuchen. Vier Trends aus den Bereichen Filmgenre, Filmmitwirkende, Filmserien und Filmvertrieb werden wir dabei genauer beleuchten.

 

1. Filmgenre oder A long time ago in a galaxy far, far away…

Abenteuer- und Actionfilme haben sich über Jahre hinweg als stabile Zusehermagneten bewährt. So hatte bereits 1978 George Lucas bei seinem Film „Krieg der Sterne" einen „Space-Western" im Kopf und seit damals strömen ungebrochen Tausende von Zusehern in seine zahlreichen Star Wars-Filme. Box-Office-Einnahmen zwischen 1995 und 2020 belegen diesen Trend eindrucksvoll.2

 

Abb. 1: Box Office-Einnahmen in Mrd. USD, geordnet nach Filmgenres in Nordamerika von 1995 -2019, Quelle: https://www.statista.com/statistics/188658/movie-genres-in-north-america-by-box-office-revenue-since-1995/

 

 

Wie kann das erklärt werden? Wohl zweifach:
Erstens erfüllen Abenteuergeschichten einen eskapistischen Wunsch. Für zwei Stunden dem tristen Alltag zu entfliehen – was gäben wir dafür!
Zweitens mögen wir gut erzählte Geschichten, seien sie auch noch so fantastisch oder unrealistisch. Lediglich die grundlegende Struktur sollte eingehalten werden: „Es war einmal _____. Jeden Tag _____. An einem Tag plötzlich ______. Deswegen ______ und daher _______. Bis schließlich _____." 3 „Das episodische Gedächtnis ist stark in der Menschenfamilie", hätte Yoda dazu gesagt.

 

 

Was kann ich als Projektmanager daraus lernen?
Als Verantwortliche für den Projekterfolg sollten wir einerseits bei Start-Workshops, Kick-Off-Meetings oder Projektpräsentationen die Möglichkeit betonen, mit dem Projekt der Alltagsroutine entkommen, pionierartig Neues erleben und gewissermaßen ein Land betreten zu können, auf das noch nie irgendjemand zuvor seinen Fuß gesetzt hat. Andererseits sollten wir bei der Planung des Projektes und vor allem bei der Kommunikation des Projektnutzens unsere Gabe als Geschichtenerzähler nicht vergessen – wir sind als Projektleiter schließlich auch Storyteller und visionäre Führungskräfte. Wer rein bei Zahlen, Daten und Fakten bleibt, wird so schnell niemandem wirklich begeistern können. Ein Führungsstil mit einer starken Vision und einer wohl überlegten Storyline hingegen stärkt vor allem in unsicheren und mehrdeutigen Situationen den Zusammenhalt des Teams sowie die Motivation des Einzelnen.

 

 

Was sagt Hollywood? "Come with me – if you want to live!" 4

 

 

2. Filmmitwirkende oder Empowered Women

Reale und phantastische Geschichten von und mit Frauen stehen in Hollywood aktuell hoch im Kurs. Ende 2019 kam mit „Little Woman" ein Coming-of-Age Historiendrama in die Kinos, das bei der Oscarverleihung 2020 sechs Nominierungen, darunter auch für die beste Hauptdarstellerin, Saoirse Ronan, erhielt. Mit „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn" konnten wir noch zu Beginn des Jahres eine weitere Geschichte einer starken Frau im Kino bewundern und voraussichtlich im Herbst 2020 wird uns „Wonder Woman 1984" auf der Leinwand begeistern. Geballte Frauenpower vor, aber auch hinter der Kamera ist in Hollywood mittlerweile nicht mehr auf einzelne Genres beschränkt. Vom Blockbuster- und Actionfilm bis hin zum Kunst- und Independent-Film – starke und sensible, coole und clevere, aber stets unabhängige Frauen prägen zusehends die Filmlandschaft.

 

 

Was kann ich als Projektmanager daraus lernen?
Gleichstellung von Frauen und Männern, „Gender-Balance", sowie Diversität sind mittlerweile keine Trends mehr, sondern reale Anforderungen für jedes Projekt. Ohne ausgewogene Präsenz von Männern und Frauen auf allen Ebenen, und darüber hinaus: ohne die Einbeziehung unterschiedlicher Sichtweisen verschiedener Kulturen, Religionsgemeinschaften, von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe oder älterer und erfahrener Mitarbeiter im Allgemeinen laufe ich als Projektleiter Gefahr, in meinen Projekten keine entsprechenden Antworten auf komplexe Herausforderungen der VUCA-Welt geben zu können. Komplexe Rahmenbedingungen verlangen überlegt differenzierte Projekt-Strukturen sowie interdisziplinär-integrierte und integrierende Projektteams.

 

 

Was sagt Hollywood? "A League of their Own"5

 

 

3. Filmserien oder Heiße Projekte und va banque-Geschäfte

Fortsetzungen im Filmgeschäft – „Sequels" genannt – haben Hollywood auch 2019 einen guten Return on Investment gebracht. Ob animiert („The Lego Movie 2: The Second Part", „Toy Story 4"), phantastisch („Spiderman: Far From Home") oder klassisch („Star Wars: Episode IX"), einen Erzählstoff in einer Serie von Filmen abzuhandeln bietet viele Vorteile. Erstens trifft das Publikum hier auf bekannte Charaktere, Namen und Situationen und füllt somit zuverlässig die Kinosäle. Zweitens kann der Vorgängerfilm in vielen Belangen als Vorlage herangezogen werden – bekannte Drehorte, Schauspielerinnen, Regisseure, Erfahrungen aus den Dreharbeiten etc. nützen bei der allgemeinen Optimierung der Sequel-Produktion. Von der good zur best practice ist es nur ein kleiner Schritt und für Hollywood besteht daher kein Grund in Zukunft davon abzugehen. Was Hollywood zusätzlich gerne macht, sind sogenannte „Remakes" oder „Reboots": Hier wird entweder alten Filmen ein neues Gewand verpasst (z. B. das „King Kong"-Remake von Peter Jackson 2005) oder eine Filmserie gänzlich neu gestartet (z. B. drei verschiedene „Spiderman"-Serien seit 2002 oder sogar vier „Batman"-Serien seit 1989). Gerne werden auch Erfolge aus dem europäischen Kino oder aus dem asiatischen Raum ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten transferiert (z. B. „The Departed" von Martin Scorsese, Original: „Internal Affairs" von Andrew Lau/Alan Mak aus Hongkong). Während dieses Konzept an der Kinokassa fast immer funktioniert, sind sich Filmkritiker hier noch uneins.

 

 

Was kann ich als Projektmanager daraus lernen?
Repetitive oder analoge Projekte, Projekte-Ketten und Folgeprojekte unterstützen einen guten Business Case. Derartige Projekte im Projektportfolio ermöglichen auf effektive Weise die Finanzierung anderer Projekte, bei denen das Verhältnis zwischen Input und Output ein wenig ungünstiger ausfällt. Wir sprechen hier von innovativen Projekten, die jedes Unternehmen benötigt, um den aktuellen Dynamiken am Markt gerecht werden und in der VUCA-Welt bestehen zu können. In der Risikoportfolio-Analyse spricht man hier auch gerne von so genannten „va banque"-Projekten, die riskant, in strategischer oder wirtschaftlicher Hinsicht für das Unternehmen dennoch attraktiv sind. Diese werden idealerweise durch „heiße Projekte" (sicher und attraktiv) quer- oder mitfinanziert. Daneben gibt es noch „dead ducks" (riskante und finanziell wenig attraktive Projekte) und „so what"-Projekte (sicher und wenig attraktiv). Eine Streuung, wie sie in untenstehender Abbildung angedeutet ist, gewährleistet projektorientierten Unternehmen den langfristigen Bestand am Markt.

 Risikoportfoliodarstellung

 Abb. 2: Risikoportfoliodarstellung

 

 

Was sagt Hollywood? "Some like it hot"6

 

 

4. Filmvertrieb oder Streamen statt beamen

Gegründet 1997 in Kalifornien als Online-Videothek hat Netflix, Inc. bis heute eine beachtliche Entwicklung vollzogen. Nachdem das Unternehmen ab 2007 in das Video-on-Demand-Geschäft eingestiegen war, begann es 2011 mit Eigenproduktionen von TV-Serien, Spielfilmen und Dokumentationen und liegt aktuell bei einem Börsenwert von knapp 195 Milliarden (!) US-Dollar. Offensichtlich ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Der letzte große Clou ist die Produktion von Kinofilmen, die nur ein bis zwei Wochen auf der großen Leinwand zu sehen sind, um prinzipiell für einen Oscar in Frage zu kommen, und danach nur mehr online gestreamt werden können. So passiert 2019 bei „The Irishman" von Martin Scorsese.


Ein anderes Phänomen von Filmproduktionen sogenannter „Streaming"-Anbieter, wie Netflix, Apple TV +, Amazon Prime, Disney oder AT&T, ist die intensive Nutzung von Social Media- bzw. Online-Kanälen und deren hoher „user responsiveness" zur Optimierung des Geschäftsergebnisses. Was versteht man darunter? Produzenten verbreiten bereits während der Dreharbeiten Informationen über den Film online, zeigen Trailer über YouTube oder eigene Plattformen und analysieren in Folge die Reaktionen der Zuseher im Detail (wie es aktuell bei „The Batman", der im Herbst 2021 in die Kinos kommen soll, der Fall ist). So erfahren sie, welche Charaktere, Handlungsstränge oder Filmelemente im Allgemeinen bei den Usern gut ankommen und können so – noch vor der Premiere – die Endfassungen ihrer Filme entsprechend adaptieren. „Audience tailored plots" nennt sich das dann im Fachjargon. Ähnliche „Test Screenings" finden zwar schon seit Jahren bei klassischen Filmproduktionen statt und führten immer wieder zu alternativen Endszenen (z. B. bei „Titanic", „Blade Runner" oder „E.T."), im vorliegenden Fall werden die Tests allerdings sehr viel früher angesetzt, die Testfrequenz erhöht und die Rückmeldungen einer detaillierten und softwaregestützten Feedback-Analyse unterzogen. Auch Werbesujets der berühmten Netflix-Kacheln für die konkrete Filmauswahl am TV-Schirm werden laufend mit ausgeklügelter Software an das Konsum- und Sehverhalten der Abonnenten angepasst.

 

 Abb. 3: Netflix-Kacheln, Screenshot

 

 

Was kann ich als Projektmanager daraus lernen?
Hier gibt es auf der einen Seite einen technischen, auf der anderen Seite einen organisatorischen Aspekt.


Gerade in Zeiten globaler Krisen und behördlich verordnetem „Social Distancing" sind digitale Medien und Kommunikationskanäle für eine Projektkoordination und -kommunikation im wahrsten Sinne des Wortes überlebensnotwendig geworden. Neben den herkömmlichen Meeting-Software-Lösungen wie Skype, Webex oder Zoom, sollten wir allerdings Analysetools nicht vergessen, die schnell und direkt vom Kundenverhalten Erwartungen, Wünsche und potentielle Nutzertrends ablesen können. Selbstverständlich muss dies im Rahmen der gesetzlich erlaubten Möglichkeiten passieren. Wie wir von Facebook, Instagram, TripAdvisor etc. aber wissen, geben Menschen viele Dinge gerne freiwillig preis, wenn ihnen nur die Möglichkeit durch Umfragen, Feedbackbögen, Blogs etc. gegeben wird. Projektmanager können aus diesen Informationen nun eventuelle Trends erkennen und ihre Ziele, Pläne und Kommunikationsweisen im Projekt rechtzeitig und auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt adaptieren.

 

Was die allgemeine Organisation betrifft, sind Projektmanager Hollywood schon seit langem voraus. Responsiv-iterative Methoden im Projektmanagement gibt es nämlich bereits seit dem Agilen Manifest 20017: „Zusammenarbeit mit den Kunden hat Vorrang vor Vertragsverhandlungen" und „Das Eingehen auf Änderungen hat Vorrang vor strikter Planverfolgung" lauten so auch zwei wesentliche Prinzipien dieser ursprünglich nur für die Softwareentwicklung zusammengefassten Methoden.


Im Design Thinking, einer Methode zur kundenorientierten Gestaltung von Innovationsprozessen, wird den agilen Grundwerten beispielweise konkret mit dem Motto „Fail early to succeed sooner" nachgekommen. Und in der mittlerweile weit verbreiteten agilen PM-Methode Scrum wird mit hochfrequenten Iterationen als „Daily Stand-ups" und „Sprints", Kundenfeedbacks in Form so genannter „Reviews" und Adaptionen in der Form eines monatlich um ein „Increment" erweiterten „Product Backlogs" Antwort auf unsichere und komplexe Rahmenbedingungen bei Entwicklungsprojekten gegeben.


Werden die Prozesse bei Scrum von einem Scrum Master überwacht, regelt das am Filmset in Hollywood nach wie vor der klassische Production Manager ...

 

 

Was sagt Hollywood? "What we got to do next is figure out what to do next."8

 

 

Zurück in die Zukunft oder “Did you ever see a movie?”

Im Filmgeschäft stellt sich aktuell die Frage, ob das Kino, so wie wir es kennen, in 10 Jahren noch existieren wird. Wer einmal im Kino einen Film im 16:9-Format gesehen hat, kennt die Antwort. Abenteuer-, Science-Fiction- oder Liebesfilme, genauso wie Thriller, Dramen oder Komödien werden in der Leinwandprojektion immer ihr Publikum finden – ist dies doch die einzige Möglichkeit, Menschen und deren Geschichten „überlebensgroß" betrachten und bestaunen zu können. Es drängt sich vielmehr die Frage auf, ob dieses Format in Zukunft massentauglich bleiben oder sich eher in einen Nischenmarkt entwickeln wird, der neben Streaming, Video-on-Demand und Heimkinos Bestand haben kann. Auch die Frage „Kinocenters oder Breitwand-Kino?" wird uns in Zukunft beschäftigen.


Im Projektmanagement stellen wir uns aktuell eine andere Frage: Klassisches Wasserfall-Modell oder agile PM-Methoden? Hier können wir bereits eine klare Antwort geben: Es wird (und muss) in Zukunft beides geben – am besten in einer integrierten Form als „Hybrides Projektmanagement". Damit jedes Unternehmen die für sich richtige Form findet, werden auch Veränderungsprojekte nötig sein, mit Hilfe derer die Veränderung Richtung Agilität – agile Transformation genannt – auch passend und erfolgreich umgesetzt werden kann. Aber das ist wiederum ein alter Hut, denn „Nichts ist so beständig wie der Wandel."9 ... und das schon seit 2500 Jahren.

 

 

 

Quellen:
1. Technik der Filmmontage, bei der die aufeinanderfolgenden Einstellungen zwischen zwei oder mehr Handlungssträngen hin und her springen.
2. https://www.statista.com/statistics/188658/movie-genres-in-north-america-by-box-office-revenue-since-1995/, DL 22.09.2020
3. https://www.youtube.com/watch?v=XvxtC60V6kc, DL 22.09.2020
4. Arnold Schwarzenegger in Terminator 2, Judgment Day
5. Dramatische Sportkomödie aus dem Jahr 1992 mit Geena Davis und Madonna
6. Komödie aus dem Jahr 1959 mit Marylin Monroe, Jack Lemmon und, Tony Curtis
7. http://agilemanifesto.org/, DL 22.09.2020

8. Tommy Lee Jones in „Coal Miner's Daughter" aus dem Jahr 1980
9. Heraklit von Ephesus, 535-475 v. Chr.